Sexualisierte Gewalt: Prävention statt Tabuisierung

Das Thema sexualisierte Gewalt im Sport beherrscht derzeit die Medien. Der ASVÖ Burgenland setzt hierbei bereits seit Jahren auf das Motto „Prävention statt Tabuisierung“.

Laut einer Studie der Sporthochschule Köln ist beinahe die Hälfte aller deutschen Spitzensportlerinnen von sexualisierter Gewalt betroffen. Der Fall der ehemaligen Skifahrerin Nicola Werdenigg zeigt, dass der österreichische Sport ebenfalls keine Insel der Seeligen ist. „Auch wenn im Burgenland bisher kein derartiger Fall bekannt ist, darf man das Thema keinesfalls tabuisieren", hält Robert Zsifkovits, Präsident des ASVÖ Burgenland, die derzeitige öffentliche Aufmerksamkeit für längst überfällig.

Beim größten Dachverband des Burgenlands wird das Thema „Sexualisierte Gewalt im Sport" bereits seit Jahren sehr ernst genommen. „Jeder unserer Mitarbeiter, der neben- oder hauptberuflich mit Kindern oder Jugendlichen arbeitet, muss etwa bei seiner Bewerbung eine Strafregisterbescheinigung Kinder- und Jugendfürsorge vorlegen. Da geht es auch um gegenseitige Absicherung", legt Zsifkovits diese Vorgehensweise auch anderen Verbänden und Vereinen ans Herz.

Umfassendes Maßnahmenpaket

Um Menschen im Sport für das Thema zu sensibilisieren, setzt der ASVÖ unter anderem österreichweit eigens ausgebildete MultiplikatorInnen ein, bietet verbandsübergreifende Schulungen an und entwickelte in Kooperation mit Sportministerium, BSO, Sportunion, ASKÖ und dem Verein 100% Sport die Aufklärungsbroschüre „Für Respekt und Sicherheit". Zudem steht eine ASVÖ-Beauftragte zur vertraulichen Beratung und Hilfe zur Verfügung – sowohl für Betroffene, als auch bei Fragen und Verdachtsfällen.

„Frauen sind zwar signifikant öfter von sexualisierter Gewalt betroffen, aber nicht ausschließlich. Auch jeder neunte Bub oder Mann musste sie bereits in irgendeiner Form erfahren. Das wird in der aktuellen Diskussion gerne vergessen", erinnert Zsifkovits daran, dass jeder Fall Aufmerksamkeit verdient. Denn, so der Präsident des ASVÖ Burgenland weiter: „Nur wenn sich jemand outet, kommen die schwarzen Schafe hervor und können im Interesse aller rasch aus den Betreuungsbereichen ausgeschlossen werden. Dabei geht es auch um die Reputation von tausenden, größtenteils ehrenamtlichen TrainerInnen und FunktionärInnen in ganz Österreich, die tagtäglich eine großartige und wichtige Arbeit im Sport leisten. Umso mehr gilt es hier Präventionsmaßnahmen zu setzen und klare Verhältnisse zu schaffen. Damit jeder weiß, wann es zu weit ist."

Sicherheitsorientiertes Verhaltenstraining

Zusätzlich zu den bereits genannten Maßnahmen bietet der ASVÖ in Kooperation mit der Landespolizeidirektion Burgenland bereits seit 2011 ein Sicherheitsorientiertes Verhaltenstraining für Mädchen und Frauen ab dem 14. Lebensjahr an. Ziel dieses Projekts ist, neben einem Selbstverteidigungstraining, das persönliche Sicherheitsgefühl zu stärken, richtiges Verhalten in Bedrängnis oder prekären Situationen zu vermitteln und die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. „Das unterscheidet das Sicherheitsorientierte Verhaltenstraining grundlegend von einem Selbstverteidigungskurs", erläutert Werner Fasching, Stellvertretender Landespolizeidirektor und ASVÖ-Vizepräsident.

Die regionalen Workshops werden von Profis der Exekutive geleitet und sind dank der Kostenübernahme durch die Landespolizeidirektion und den ASVÖ für alle Teilnehmerinnen gratis.

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Ansprechperson & Infos

Bei Fragen zur Prävention und Verdachtsfällen sowie für vertrauliche Beratung und Hilfe für Betroffene steht Barbara Kolb als Ansprechperson im ASVÖ zur Verfügung.

Weiterführende Informationen finden sich zudem in der Handreichung "Für Respekt und Sicherheit"

Eine übersichtliche Liste mit externen Beratungsstellen findet sich unter www.100sport.at

Sicherheitsorientiertes Verhaltenstraining

Rückfragen und Anmeldungen bei Projektkoordinator und ASVÖ-Landessekretär Christoph Fally unter office(at)asvoe-burgenland.at

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