Fuhrmann und Wiener „can do“ in Chengdu

Wenn am 7. August 2025 die World Games im chinesischen Chengdu eröffnet werden, mischen auch zwei Athlet*innen vom ASVÖ Burgenland mit: Jiu Jitsu-Ass Lisa Fuhrmann und Bogensportler Nico Wiener.

 

Ihre „Road to Chengdu“ – und auch die der gesamten 105-köpfigen Delegation aus Österreich – biegt auf die Zielgerade ein. Am 3. August hebt der erste Teil Richtung China ab, vier Tage später werden die zwölften World Games feierlich eröffnet. 

Mit Rückhalt und unbändigem Willen nach China

"Verdammt, die World Games."Lisa Fuhrmanns erste Gedanken nach dem riesigen Schock im August des Vorjahres. Ein harmloser Trainingskampf, ein seitlicher Sprung ins Knie - Kreuzbandriss. Die Diagnose traf die 23-jährige Burgenländerin mit voller Wucht. Nicht nur, weil damit ein monatelanger Reha-Marathon bevorstand, sondern auch, weil der Traum von den World Games in Chengdu zu platzen drohte.

Fuhrmann, Athletin vom Jiu Jitsu Club Vila Vita Pannonoia Wallern, hatte sich fest vorgenommen, sich erneut für das weltweit bedeutendste Event im Jiu-Jitsu zu qualifizieren. "Für uns sind die World Games wie die Olympischen Spiele. Das ist das Größte, was es in meinem Sport gibt." Dass sie jetzt überhaupt in Chengdu auf der Matte stehen kann, grenzt an ein kleines Wunder. Denn die Qualifikation für die World Games war nach dem Kreuzbandriss eigentlich schon abgeschrieben. 

“Ziel Medaille. Bestenfalls Gold”

Doch Fuhrmann wagte das Risiko: Sie trat bei der WM in Griechenland mit dem lädierten Knie an. Mit viel Schmerz, Mut und Willenskraft holte sie sensationell Silber - und die entscheidenden Punkte fürs World-Games-Ticket. “Mental war es eine riesige Herausforderung. Aber ich habe mich durchgebissen.”

Kurz nach der WM folgte im vergangenen Oktober die notwendige OP, erst im Mai die Rückkehr auf die Matte. Nach einer kurzen, intensiven Trainingszeit reist Fuhrmann nun mit großen Ambitionen zu den World Games. “Das große Ziel ist eine Medaille, bestenfalls Gold.”

Fanclub gibt zusätzliche Energie

Besonders emotional wird das Turnier in China auch deshalb, weil Fuhrmann diesmal nicht alleine ist: Ein Fanclub begleitet sie nach Chengdu - Familie, Freund*innen und Wegbegleiter*innen, die ihr über Jahre den Rücken gestärkt haben. “Das gibt mir zusätzliche Energie. Allein der Gedanke, dass sie in der Halle sitzen und mitfiebern, macht das Ganze noch spezieller.”

The Wiener Takes It All: "Dann ist viel möglich"

Nico Wiener hat in seiner Karriere schon zahlreiche Erfolge gefeiert. Der 28-jährige Burgenländer Nico Wiener vom Bogenschützenclub Wiesfleck hat mit dem Compound-Bogen 2021 einen seiner insgesamt vier Weltmeistertitel geholt. Nun will er bei den World Games Chengdu 2025 erstmals bei einem Multisport-Großevent abliefern.

Die Erinnerungen an China sind gut. Wiener entschied im Vorjahr den Weltcup in Shanghai für sich – als erster Österreicher überhaupt. „Wir schießen regelmäßig in China, ich kenne die Gegebenheiten. Wobei wir eher in Shanghai sind, dort ist es sehr westlich. Ich denke, dass Chengdu noch einmal anders wird.“

Elitärer Kreis

Was jedenfalls feststeht: „In China wird alles groß aufgezogen, die World Games werden sicher ein riesengroßes Spektakel. Ich freue mich darauf! Mein Ziel ist, meine Leistung abzurufen – dann ist sehr viel möglich.“

Das hat Wiener bereits öfters bewiesen. Mit seinem Weltcupsieg in Shanghai konnte er sich letztes Jahr für das Weltcupfinale qualifizieren, ein äußerst prestigeträchtiger Erfolg im Bogenschießen. „Es ist ähnlich wie im Tennis die ATP-Finals. Es war richtig cool, in diesem elitären Kreis dabei zu sein.“

„Entspannt meine Schüsse abliefern“

Während Wieners Erinnerungen an China gut sind, sind jene an die World Games nicht nennenswert. In Birmingham scheiterte er 2022 im Achtelfinale. „Abgesehen von meiner Leistung war es großartig. Das gemeinsame Auftreten, der Teamspirit, die Leidenschaft für den Sport. Hoffentlich läuft es diesmal auch sportlich besser für mich.“ Da im Bogenschießen viel im Kopf entschieden wird, will sich Wiener nicht stressen lassen. „Ich muss entspannt meine Schüsse abliefern, dann geht es am besten.“

Über die World Games

Die World Games sind die größte und wichtigste Bühne für jene Sportarten, die nicht olympisch sind. Sie werden alle vier Jahre und immer im Jahr nach Olympia ausgetragen. Mit über 100 Nationen und etwa 5.000 Teilnehmer*innen sind sie eines der größten Sportevents weltweit. Bei der heuer zwölften Auflage in China ist Österreich mit einem 105-köpfigen Team vertreten. 

Fotocredit: Sport Austria/Florian Rogner

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