»Kindesmisshandlung im Sport: Europäische Statistik« (»Child Abuse in Sport: European Statistics«), kurz CASES-Studie, hat mit der Veröffentlichung der aktuellen Ergebnisse die heimische Sportgemeinde einmal mehr in helle Aufregung versetzt. »Die Übergriffe«, so die für den Sport zuständige Staatssekretärin Mag. Michaela Schmidt, »gehen nicht nur von den Trainerinnen und Trainern oder den Betreuerinnen und Betreuern aus, sondern auch von gleichaltrigen oder älteren Mit-Sportlerinnen und -Sportlern.« Das sei mehr als ein Randphänomen, so Schmidt, und unterstreiche damit die Bedeutung des aktuell von Seiten des Ministeriums und des organisierten Sports in Gang gesetzten Reformprozesses in Form eines verschärften »Österreichischen Safe Sport Kodex«.
Die CASES-Studie ist ein von der Europäischen Union gefördertes Gemeinschaftsprojekt, an dem neben anderen sieben Universitäten – darunter die Universität Wien – mitwirken (cases.univie.ac.at). Zur Wahrheit gehört daher auch, dass die Befragungen vom Jänner 2019 bis Dezember 2021 durchgeführt wurden, das Datenmaterial daher also fast fünf Jahre alt oder noch älter ist. Zur Wahrheit gehört weiters, dass die Befragten zum Zeitpunkt der Erhebung zwischen 18 und 30 Jahren alt waren und sie über ihre Erlebnisse in ihrer oftmals mehrere Jahre zurückliegenden Kindheit und Jugend berichten sollten.
»Damit«, so Peter Reichl, Präsident des überparteilichen Allgemeinen Sportverbandes Österreich (ASVÖ), »soll weder etwas infrage gestellt noch beschönigt werden. Ganz im Gegenteil: Wir begrüßen den aktuellen Reformprozess und sitzen ja neben der Sportstaatssekretärin Mag. Michaela Schmidt mit im Boot!«
Nicht nur in Fachkreisen als mittlerweile bekannt gilt ja, dass die Betroffenen oft erst Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte später über das ihnen zugefügte Leid in ihrer Kindheit reden können. So wird in der Studie ein äußerst dunkles Bild – aber eben aus einer mehr oder weniger lange zurückliegenden Vergangenheit – gezeichnet. »Gerade im Bereich Kinderschutz«, so der Generalsekretär des ASVÖ, Wilhelm Blecha, »wurde und wird in unseren Verbänden und Vereinen seit Jahren massivst investiert: in Sensibilisierung, Aufklärung, Prävention, Support.« ASVÖ-Vereine und deren Funktionärinnen, Funktionäre und Mitarbeitende, so Blecha, seien da heute längst ganz anders auf dieses heikle Thema trainiert und eingestellt. Aber so wie die Software unserer digitalen Werkzeuge permanent upgedatet und upgegradet werden müsse, so müsse auch das Thema Kinder- und Jugendschutz im Sportverein konsequent und fortlaufend angepasst, optimiert und nachgeschärft werden. »Denn da wie dort«, so ist man sich im ASVÖ sicher, »werden die Unholde auch in Zukunft versuchen, ihre Netze auszuwerfen!«
Mehr zu Kinder- und Jugendschutz im Sportverein finden Sie hier: Kinder- und Jugendschutz








